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ISO 14001 - Umweltmanagement

Umweltschutz ist fester Bestandteil unseres Rechtssystems und gehört als Erfolgsposition in jede erfolgreiche Unternehmensstrategie. Betrieblicher Umweltschutz birgt ein grosses Sparpotenzial, vor allem bezüglich Ressourcenverbrauch und externalisierten Umweltkosten.

Zusammenfassung

Angesichts der erkannten Umweltproblematik und der ständig wachsenden Bedeutsamkeit dieses Themas in der Gesellschaft, ist ein umsichtiges Umweltengagement für alle Unternehmen heute sowohl ökologisch als auch ökonomisch wertvoll.

Ein Managementsystem wird vom Gesetzgeber nicht explizit gefordert, die Notwendigkeiten resultieren einerseits aus der praktischen Erfahrung, da die umfangreichen Verpflichtungen, die sich aus einem sich ständig änderndem Umweltrecht für ein Unternehmen ergeben, effektiv und effizient, sowie ausgezeichnet nachweisbar umgesetzt werden können.

Wird nun das Umweltmanagementsystem in ein integriertes Managementsystem implementiert, wie Beispielsweise in ein Qualitäts-, Energie-, oder Arbeitsschutz-Managementsystem, so ist der Zusatzaufwand für die Anwendung und Aufrechterhaltung des Umweltmanagements, durch die Nutzung von Synergien zwischen diesen Systemen vertretbar. Neben der Rechtssicherheit birgt der Umweltschutz auch wirtschaftliche Einsparpotentiale.

Umweltmanagement ist somit die systematische und kontinuierliche Planung sowie Umsetzung von Umweltmassnahmen zwecks Reduktion der nachteiligen Umweltauswirkungen der unternehmerischen Tätigkeiten und Produkte - unter Einhaltung der relevanten bindenden Verpflichtungen, sowie der Kommunikation von Umweltinformationen an relevante interessierte Parteien zur Vertrauensbildung, unter Berücksichtigung der spezifischen Unternehmenssituation und der Wirtschaftlichkeit der Massnahmen.

 

 

Entwicklung

Die ISO 14001 ist im Jahre 1996 erstmals von der Internationale Organisation für Normung veröffentlicht worden (14001:1996).

Wie bei allen ISO-Normen wurde auch bei der ISO 14001 innerhalb von fünf Jahren nach dem Erscheinen ein Überprüfungsprozess eingeleitet. Dieser begann offiziell am 16. Juni 2000 in Stockholm. Im Wesentlichen wurden mit dieser Überarbeitung zwei Ziele verfolgt: Eine verbesserte Kompatibilität mit der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 und die Beseitigung von einigen Unklarheiten für eine Erhöhung der Anwenderfreundlichkeit. Der Prozess wurde gegen Ende 2004 mit der Publikation von ISO 14001:2004 abgeschlossen. Am 15. November 2004 wurde die überarbeitete internationale Fassung (ISO 14001:2004) veröffentlicht. Neben der internationalen (nur in englischer Sprache vorliegenden) Fassung gibt es noch offizielle europäische Übersetzungen.

Die letzte Revision fand in den Jahren 2013-2015 statt. Die Norm ISO 14001:2015 wurde am 15.09.2015 publiziert. Damit einhergehend wurde die „High Level Structure“ übernommen, mit dem Ziel, dass alle Managementsystemnormen mit der Zeit dieselbe Struktur haben (ISO 9001:2015, ISO 14001:2015, ISO 45001:2018), was wiederum die Umsetzung des integrierten Managementsystems vereinfacht.

Nutzen

  • Einsparpotenziale bspw. beim Ressourcenverbrauch werden leichter identifiziert und dadurch ergeben sich Kostenvorteile gegenüber den Mitbewerbern.
  • Durch beherrschte Prozesse werden Störfallrisiken und deren Auswirkungen minimiert. Diese können u.a. zu Prämienreduktionen und Vorteilen bei Kreditvergaben führen.
  • Sie erhalten Sicherheit in der Einhaltung der Umweltvorschriften und reduzieren dadurch die Gefahr allfälliger juristischer Konsequenzen und Haftungsfragen.
  • Die kontinuierliche Verbesserung der Umweltleistung wird geregelt vorangetrieben.
  • Genehmigungsverfahren können beschleunigt werden.
  • Zertifizierte Unternehmen gehören zu den bevorzugten Lieferanten.
  • Ihre Mitarbeitenden werden zusätzlich motiviert und die Identifikation mit dem Unternehmen wird gestärkt.
  • Die Betrachtung der Lebenszyklusperspektive, erweitert die Reduktion der Umweltauswirkungen und damit erhöht sich auch die Nachhaltigkeit.

Auf viele Unternehmen wirken sich die Folgen von Klimawandel und Umweltzerstörung unmittelbar aus:

  • Natürliche Ressourcen werden knapper,
  • fossile Energieträger auf lange Sicht teurer,
  • Kunden in ihrem Konsumverhalten kritischer.

Nachhaltig handelnde Unternehmen, die Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, übernehmen demnach nicht nur gesellschaftliche Verantwortung für den Erhalt einer intakten Umwelt. Sie investieren auch in ihre eigene Zukunftsfähigkeit.

 

Aktuelle Fragen und Antworten

Was ist bei der Risikobewertung zu beachten? 
Im Rahmen der Aufnahme der bedeutenden Umweltaspekte (-auswirkungen) und bindenden Verpflichtungen müssen ebenfalls die mit den Umweltaspekten verbundenen Risiken (= Unwissenheit gegenüber Gefahren und Chancen) bewertet werden. Der Grund liegt darin mehr Sicherheit zu erlangen, um die gesetzten Ziele tatsächlich zu erreichen und ggf. Massnahmen zur Risikominderung einzuleiten.

Welche Tätigkeiten und Produkte sind von der Betrachtung des „Lebenswegs“ betroffen? 
Es geht darum die Umweltaspekte und die damit verbundenen Auswirkungen zu betrachten, die von Tätigkeiten und Produkten ausgehen können. Jedoch müssen diese Aspekte von der Organisation überwachbar und beeinflussbar sein. Der „Lebensweg“ kann bei einem Produkt z. B. auch Rohstoffgewinnung, Entwicklung, Herstellung, Transport, Anwendung und Entsorgung beinhalten. 

Sind die Begriffe „Massnahmen zum Umgang mit Risiken“ und „Massnahmen zu Umweltzielen“ dasselbe? 
Bei den Massnahmen zu Umweltzielen handelt es sich um konkrete Massnahmen, die, meist einmalig, zur Erreichung eines definierten Ziels durchgeführt werden - bei der ISO 14001 spricht man noch vom „Umweltprogramm“. Die Effektivität sollte nach Möglichkeit messbar nachgewiesen werden. 
Die Massnahmen zum Umgang mit Risiken dienen insbesondere dazu, im normalen Tagesgeschäft unvorhergesehenen oder nicht immer offensichtlich absehbaren Entwicklungen und Gefahren entgegenzutreten. Diese Entwicklungen und Gefahren können im Sinne der Eintretens Wahrscheinlichkeit und des Zufalls u.U. auch gar nie eintreffen. Die Organisation muss aber dauerhaft auf sie vorbereitet sein (Notfallkonzept).  

Muss eine dokumentierte Beschreibung zur Kommunikation erstellt werden? 
Die ISO 14001:2015 schreibt eine dokumentierte Information als Nachweis für die Kommunikation vor. Und da es auch eine Pflicht ist, den Kommunikationsprozess zu planen ist eine dokumentierte Beschreibung zu empfehlen.  

Wie wird die „fortlaufende Verbesserung“ nachgewiesen? 
Hier bezieht man sich am besten auf Umweltkennzahlen, welche die Verbesserung der Umweltleistung aufzeigen. Verbesserungen im Bereich der „weichen Faktoren“ oder die Verbesserung einzelner Systemelemente (z. B. Sensibilisierungen, Kommunikation, Schulung) kann eine Verbesserung des Systems darstellen, kann jedoch als alleinstehende Verbesserung nicht dauerhaft als ausreichend bewertet werden.

Fordert die Norm eine Ökobilanzierung? 
Die Norm fordert zwar keine explizite Ökobilanzierung von Produkten und Prozessen Unternehmen müssen: die Umweltaspekte der Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen – welche sie steuern können und die, auf die sie Einfluss nehmen können unter Berücksichtigung des Lebenswegs betrachten.  

Ich habe das Umweltschutzgesetz in mein Rechtsregister aufgenommen, reicht das? 
Das reicht nicht:

  • Das Umweltschutzgesetz ist ein „Rahmengesetz“.
  • Es formuliert die Absichten und Grundsätze bezüglich des Umweltschutzes.
  • Die meisten konkreten Detailanforderungen sind in den zum Umweltschutz gehörenden Verordnungen festgelegt.

Ausbildung

Kurse der Swiss Safety Center Akademie:

  • Umweltmanagement in der Praxis - die neusten Entwicklungen 
  • Umweltrecht

(https://akademie.safetycenter.ch/)