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ISO 22000

Die internationale Norm für alle Betriebe, die in irgendeiner Art und Weise in die Lebensmittelkette eingebunden sind: vom „Stall bis auf den Teller“, von der Primärproduktion bis in die Zubereitung, inkl. Verpackung, Transport, Lagerung, Veterinärmedikamente für Nutztiere, Dienstleistungen in der Lebensmittelkette etc.

Zusammenfassung

ISO 22000 ist eine die gesamte Lebenmittelgestehungskette übergreifende Norm. Sie basiert auf den Empfehlungen des Codex Alimentarius für die Einrichtung eines HACCP Systems. Dazu sind Präventivprogramme (prerequisit programmes) einzurichten. Die ISO 22000 unterscheidet dabei zwischen operativen Präventivprogrammen, die einem CCP vergleichbare Wirkung haben und „gewöhnlichen“ Präventivprogrammen, die die gute Herstellungspraxis gewährleisten. Damit die Zertifizierung nach ISO 22000 von gewissen Grossverteilern anerkannt wird, müssen die Präventivprogramme nach der vom BSI herausgegebenen PAS 220 (publicly available specification) überprüft werden.

Entwicklung

Am 18. Juli 2018 wurde die neue Version ISO 22000:2018 publiziert. Anwender der Norm haben 3 Jahre Zeit auf die neue Norm umzustellen. 
Zertifikate nach ISO 22000:2005 sind noch maximal bis und mit 29. Juni 2021 gültig.

Die Schwerpunkte der Änderungen:

  • Die High Level Structure für Managementsystem-Normen wurde übernommen, d. h. die Struktur ist identisch mit anderen Managementsystemnormen wie ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001.
  • Zwei PDCA-Zyklen: Der erste bezieht sich auf das Managementsystem, der zweite auf die operativen Tätigkeiten unter Berücksichtigung des HACCP-Konzeptes.
  • Neuer Risiko-Ansatz: Es wird zwischen operativen Risiken (inkl. HACCP-Ansatz) und strategischen Risiken (Geschäftsrisiken) im Managementsystem unterschieden, wobei Chancen als Teil des Konzeptes verstanden werden.

Zudem wurden Anforderungen erweitert und Verbesserungen umgesetzt:

  • erweiterte Verpflichtung der Führung
  • vertiefte Berücksichtigung der Lieferkette
  • stärkerer Fokus auf interessierte Parteien
  • auf die Bedürfnisse der modernen Lebensmittelindustrie ausgerichtet
  • eindeutige Verwendung von Begriffen
  • bessere Lesbarkeit

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ISO 22000:2005 ist im Aufbau und in seiner Struktur der bestehenden Norm ISO 9001:2008 angepasst, bezieht sich aber strikte auf die Lebensmittel-Supply-Chain und hier auf die Lebensmittelsicherheit. Soweit entspricht ISO 22000 den bestehenden Lebensmittelsicherheits­standards der GFSI, ist aber im Gegensatz zu diesen in ihrem Anwendungsbereich offener und umfasst die gesamte Lebensmittelkette „vom Stall bis auf den Teller“ inklusive sämtlicher in diese Gestehungskette zuliefernden Sparten, während die GFSI Standards streng auf die Lebensmittelproduktion beschränkt sind. Neu gibt es mit PAS 220 (Publicly Available Specification) eine Ergänzung zur ISO 22000 für die “Prerequisite programmes on food safety for food manufacturing”, eine Ergänzung zum Audit, dank der die ISO 22000 auch von der GFSI anerkannt wird. Seit kurzem steht mit dem gleichen Hintergrund auch die ISO TS 22002 „Prerequisite programmes on food safety“ als Ergänzung zur ISO 22000 Zertifizierung zur Verfügung.

Nutzen

Alle Stakeholder der Lebensmittelkette (vom Stall bis auf den Teller) können sich nach ISO 22000:2005 zertifizieren lassen. Dabei können insbesondere Betriebe, die Lebensmittel handeln aber nicht be- oder verarbeiten und solche, die Produkte für die Lebenmittelindustrie herstellen oder liefern (Medikamente, Verpackung, Dienstleistungen etc.) oder auch Caterer und andere Betriebe aus der Gastronomie nach dieser Norm zertifiziert werden.