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Risikobewertung

Eine Risikobewertung besteht aus einer Risikoanalyse und einer Risikoeinschätzung. Bei der Risikoanalyse werden Gefährdungen identifiziert und bei der Risikoeinschätzung wird das Risiko aus diesen Gefährdungen quantifiziert. Oft wird aber der Begriff Risikoanalyse für beides verwendet: Gefährdungsidentifikation und Risikoeinschätzung. 

Abhängig von den betrachteten Gefährdungen gibt es unterschiedliche Ansätze für ihre Identifikation.

  • Bei den prozesstechnischen Anlagen wird die HAZOP Studie (Hazard And Operability Study) verwendet. Mit dieser Methode werden nicht nur Gefahren aus dem chemischen / thermischen Prozess erkannt, sondern auch Gefahren, die durch falsche Bedienung der Anlage entstehen.
  • Für die Betrachtung der Maschinen bzw. Gesamtheit von Maschinen wird die SN EN ISO 12100 (Sicherheit von Maschinen - Allgemeine Gestaltungsleitsätze; Risikobewertung und Risikominderung) verwendet. Diese Norm gibt detaillierte Hilfestellung bei der Identifizierung von Gefährdungen, beschreibt die vom Konstrukteur zu betrachtenden Risiken, enthält Gestaltungsleitsätze und eine Methode zur sicheren Konstruktion und Risikominderung
  • Im ATEX-Bereich wird eine Zündquellenanalyse durchgeführt. Werden Betriebsmittel bzw. Anlagen in explosionsfähigen Atmosphären eingesetzt, müssen diese die Anforderungen für die jeweilige Zone erfüllen. Diese Zonen werden im Explosionsschutzdokument definiert. Bei Installationen müssen entsprechende Zertifikate vorhanden sein, z.B, Baumusterprüfzeugnisse. Werden elektrische bzw. nichtelektrische Betriebsmittel hergestellt, muss nach Richtlinie 2014/34/EU eine Zündquellenanalyse durchgeführt werden. Diese Zündquellenanalyse ist je nach Zone unterschiedlich. Die Richtlinie 2014/34/EU definiert, für welche Zone eine Zündquellenanalyse anwendbar ist.

 

Für die quantitative Risikoeinschätzung bietet sich eine Risikomatrix und ein Risikograph an. Diese berücksichtigen Schwere der Auswirkung einer Gefährdung und ihre Auftrittswahrscheinlichkeit.

  • Für die allgemeine Einstufung des Risikos verwenden wir die Risikomatrix nach SUVA (66037.d.). Diese ist von uns für die Prozessindustrie kalibriert.
  • Bei den Gefährdungen, die mit einer elektrischen Massnahme abgesichert sind, verwenden wir den Risikographen nach IEC 61511 (Funktionale Sicherheit – Sicherheitstechnische Systeme für die Prozessindustrie) bzw. die DIN EN 50156 (Elektrische Ausrüstung von Feuerungsanlagen und zugehörige Einrichtungen). Dieser Risikograph ergibt eine SIL Stufe für die Sicherheitsfunktion.

 

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