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Zusammenfassung

Der Mensch im Mittelpunkt

Die systematische Organisation der zentralen Aspekte der Arbeitssicherheit kann wie alle Abläufe in ein Management-System und den kontinuierlichen Verbesserungsprozess eingebunden werden. SCC stellt als Arbeitssicherheits-Managementsystem den Menschen in den Mittelpunkt. Jeder Einzelne zählt – auch bei einem Arbeitsunfall.

 

Anwendungsbereich

SCC ist international für Hersteller und Dienstleister in allen Industriezweigen geeignet - unabhängig davon, ob sie als Subunternehmer tätig sind. Dabei werden nationale wie auch zusätzliche branchenspezifische Anforderungen berücksichtigt.

SCC erlaubt auch kleineren Unternehmen eine wirtschaftlich verträgliche Einführung und Zertifizierung:

  • SCC* für Unternehmen < 35 Mitarbeiter
  • SCC** für Unternehmen > 35 Mitarbeiter
  • SCCP für Unternehmen der Petrochemie
  • SCP für Personaldienstleister

Entwicklung

SCC wurde in der Petrochemie für Unternehmen entwickelt, die als Subunternehmer (Kontraktoren) tätig werden wollen und beschreibt Anforderungen in den Bereichen (Arbeits-) Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz (SGU).

In den Niederlanden wurde als SGU-Management-System das Zertifizierungssystem SCC ("Safety Certificate Contractors" zu deutsch: "Sicherheits Certifikat Unterauftragnehmer") entwickelt und 1994 von dem Raad voor Accreditatie (Niederländischer Akkreditierungsrat RvA) zugelassen. In der Folge wurde SCC von weiteren Akkreditierungsstellen aufgenommen. SCC kann nur von Stellen zertifiziert werden, welche dafür akkreditiert sind (vgl. SAS).

 

Das neue SCC-Regelwerk - Version 2011

Am 1.07.2011 wurde das SCC-Regelwerk in einer überarbeiteten Version in Kraft gesetzt. Neu wurden die Akkreditierungsvorgaben an Zertifizierungsstellen in einem Dokument der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkks) und die normativen Vorgaben in einem separaten Dokument durch die Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. beschrieben.

Die wesentlichste Neuerung besteht in der Einführung einer zusätzlichen Untergruppe für die Zertifizierung:

  • SCC* für Unternehmen < 35 Mitarbeiter
  • SCC** für Unternehmen > 35 Mitarbeiter
  • SCCP für Unternehmen der Petrochemie (neu)
  • SCP für Personaldienstleister

 

Bei SCCP wird neben den bereits durch SCC** verlangten Anforderung zusätzlich die Einhaltung spezifischer Kriterien der petrochemischen Industrie gefordert.

Seit dem 01.01.2012 muss bei der Zertifizierung- und Re-Zertifizierung zwingend das Regelwerk in der Version 2011 angewendet werden.

Nutzen

Durch die systematische Organisation der Arbeitssicherheit werden Unfälle vermieden, die den Produktionsablauf stören und dem Image des Auftraggebers schaden. Daher geniesst ein nach SCC zertifiziertes Unternehmen höheres Vertrauen bei Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Behörden und Investoren.

Dank des einheitlichen, international geltenden Standards SCC wird eine Mehrfachauditierung durch verschiedene Auftraggeber verhindert.

 

  • Verbesserung des Sicherheits-Verhaltens von Auftragnehmern und Subunternehmern
  • Steigerung der Motivation der Mitarbeiter durch klar beschriebene Strukturen und Verantwortungen
  • Mehr Flexibilität und einfachere Anpassung an neue Gegebenheiten durch überschaubare Abläufe
  • Mehr Rechtssicherheit durch Nachweis der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen
  • Bessere Kommunikation zwischen den Vertragspartnern und innerhalb des Betriebs
  • Kostensenkung durch Verbesserung der Arbeitssicherheit; Senkung der Unfallzahlen und Ausfallzeiten, tiefere Versicherungsprämien

EKAS Richtlinie 6508

Mit der Zertifizierung nach SCC wird auch die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen überprüft. Ein SCC-Zertifikat bestätigt somit die Erfüllung der Kriterien der EKAS-RL 6508.

Es gilt jedoch die länderspezifischen Anforderungen zu beachten, wie z. B. die Abklärung der Beizugspflicht gemäss VUV Art. 11 a (Schweiz), die im SCC-Reglement nicht gefordert wird. Darüber hinaus ist zu beachten, dass das SCC-Reglement auf Deutschem Recht basiert, welches auch in der Schweiz bei der Umsetzung des SCC-Standards zu berücksichtigen ist.

Was Sie wissen müssen

Anforderungen

Die Anforderungen an das SCC-Managementsystem sind im SCC-Reglement Version 2011 aufgeführt. Damit eine Organisation nach diesem Reglement zertifiziert werden kann, müssen das Arbeitsschutz-Managementsystem, dessen Unterlagen und Richtlinien seit mindestens 3 Monaten in Kraft sein.

Hilfsmittel

Aus Urheberrechtlichen Gründen können Checklisten mit den konkret formulierten Anforderungen des SSC-Regelwerks einzig direkt bei der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. (DGMK) bezogen werden.

Wissenswertes

Die Schweiz verfügt über kein eigenes SCC-Sektorkomitee. Zur Anwendung kommt das deutsche SCC-Reglement Version 2011, welches entsprechend auf Deutschem Recht basiert. Dessen Regelungen sind beim Aufbau des Systems zu beachten.

Checkliste

Aus Urheberrechtlichen Gründen können Checklisten mit den konkret formulierten Anforderungen des SSC-Regelwerks einzig direkt bei der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. (DGMK) bezogen werden.

Ausbildung

Kurse der Swiss Safety Center Akademie:

Wir bieten zum Thema SCC / Arbeitssicherheit folgende Kurse an: 

  • Arbeitssicherheit nach ISO 45001 umsetzen, Kurs: 1 Tag
  • Arbeitssicherheit nach ISO 45001 umsetzen, Workshop: 3 Tage
  • SCC Ausbildung und Prüfung für operativ tätige Mitarbeiter: 2 Tage
  • SCC Ausbildung und Prüfung für operativ tätige Führungskräfte: 2 Tage
  • Sicherheitsbeauftragter aus Dienstleistung, Handel, Verwaltung etc. - Nachweis des Grundwissens: 1 Tag
  • Sicherheitsbeauftragter aus Produktion, Montage, Bau etc. - Nachweis des Grundwissens: 2 Tage
FAQ

Was muss ich beim Aufbau eines Managementsystems nach einem der SCC-Standards beachten?

Das Audit orientiert sich sehr eng an der jeweils gültigen Checkliste. Sie sollten daher deren Inhalt entsprechend berücksichtigen.

 

Was muss ich hinsichtlich der rechtlichen Anforderungen beachten?

Selbstverständlich sind das Schweizer Recht und etwaige vorhandene behördlichen Auflagen bei der Umsetzung zu berücksichtigen. Zusätzlich sind auch die Regelungen des Deutschen Rechts zu beachten, sowie die Regelungen der DGUV (insbesondere Vorschrift 1-3).

Ablauf der Zertifizierung

Ablauf der Zertifizierung

Der Zertifizierungsablauf ist grundsätzlich identisch mit demjenigen von ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001 etc.:

  •          Stufe 1: Dokumentenprüfung
  •          Stufe 2: Audit vor Ort
  •          Auditbericht
  •          Zertifikat mit 3-jähriger Gültigkeit
  •          Jährliche Überwachungsaudits

 

Was kostet eine Zertifizierung

Umfang und somit Kosten der Zertifizierung hängen von der Grösse (Anzahl Mitarbeiter im Zertifizierungsbereich, Anzahl durchschnittlicher oder aktueller Baustellen, Werkstätten oder Produtktionsbereiche) und der Struktur (Anzahl Niederlassungen) der Organisation ab.

Beim Vorliegen weiterer Einflussfaktoren (z. B. Kombination mit anderen Zertifizierungsverfahren) kann die Auditzeit verkürzt oder muss sie verlängert werden. Ein verbindliches Angebot kann daher erst auf Basis eines Gesprächs mit dem Interessenten gemacht werden.

Sie möchten dazu mehr erfahren?