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In Verbindung mit automatisierten Scanbewegungen lassen sich Bauteile systematisch untersuchen und Prüfergebnisse positionsgenau dokumentieren. A-, B- und C-Scans machen Anzeigen und Materialinhomogenitäten nachvollziehbar und unterstützen eine zuverlässige Bewertung.
Die Ultraschallprüfung in Tauchtechnik eignet sich insbesondere für Serienbauteile, Flacherzeugnisse, Rohre, Stäbe, Schmiedeteile, rotationssymmetrische Komponenten, Verbundwerkstoffe und Klebeverbindungen.

Was ist Ultraschall-Tauchtechnik?

Bei der Ultraschall-Tauchtechnik befindet sich zwischen Prüfkopf und Prüfobjekt eine definierte Wasservorlaufstrecke. Der Prüfkopf sendet Ultraschallwellen durch das Wasser in das Bauteil.
Treffen die Schallwellen auf Grenzflächen oder Inhomogenitäten im Material, werden Teile des Signals reflektiert. Aus Laufzeit, Amplitude, Einschallrichtung und Prüfkopfposition lassen sich relevante Anzeigen lokalisieren und bewerten.

Je nach Prüfaufgabe kommen unter anderem folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Impuls-Echo-Technik
  • Durchschallung
  • fokussierte Ultraschallprüfköpfe
  • automatisierte Rasterprüfungen
  • Phased-Array-Ultraschallprüfung
  • mechanisierte Mehrkanalprüfungen

Die konkrete Prüftechnik wird auf Werkstoff, Geometrie, Fehlerart und anzuwendende Prüfvorschrift abgestimmt.

Wie funktioniert die Ultraschallprüfung im Wasserbad?

Eine automatisierte Tauchtechnik-Prüfung erfolgt typischerweise in mehreren Schritten:

  1. Prüfaufgabe definieren
    Werkstoff, Bauteilgeometrie, Prüfbereich und gesuchte Fehlerarten werden festgelegt.
  2. Prüftechnik konfigurieren
    Prüfkopf, Frequenz, Fokus, Wasservorlaufstrecke und Einschallrichtung werden auf die Prüfaufgabe abgestimmt.
  3. Prüfsystem justieren
    Die Einstellung erfolgt anhand geeigneter Referenzkörper und definierter Prüfparameter.
  4. Bauteil automatisiert scannen
    Ein Manipulator führt den Prüfkopf entlang eines festgelegten Scanrasters über das Prüfobjekt.
  5. Ultraschalldaten erfassen
    Encoder verknüpfen die Ultraschallsignale mit der jeweiligen Position des Prüfkopfs.
  6. Prüfergebnisse auswerten
    Die Daten können beispielsweise als A-, B- oder C-Scan dargestellt und dokumentiert werden.

A-Scan, B-Scan und C-Scan: Was ist der Unterschied?

A-Scan
Der A-Scan stellt die Echoamplitude in Abhängigkeit von der Laufzeit dar. Er bildet die Grundlage für die Analyse einzelner Ultraschallsignale und ermöglicht Rückschlüsse auf die Position von Reflektoren im Bauteil.

B-Scan
Der B-Scan erzeugt eine Schnittdarstellung entlang einer Scanlinie. Dadurch lassen sich Anzeigen in Bezug auf ihre Position und Tiefe visualisieren.

C-Scan
Der C-Scan stellt Prüfdaten flächenbezogen dar. Je nach Prüfkonfiguration können beispielsweise Echoamplituden oder Laufzeiten als Farbkarte visualisiert werden.

Damit eignet sich der C-Scan besonders für die systematische Dokumentation grösserer Prüfbereiche und Serienbauteile.

Welche Fehler können mit Ultraschall-Tauchtechnik erkannt werden?

Abhängig von Werkstoff, Bauteilgeometrie, Prüfkopf, Frequenz und Fehlerorientierung kann die Ultraschall-Tauchtechnik unter anderem Hinweise auf folgende Inhomogenitäten liefern:

  • Risse
  • Poren
  • Lunker
  • Einschlüsse
  • Dopplungen
  • Delaminationen
  • Disbonding
  • Hohlräume
  • Materialinhomogenitäten
  • Wanddickenabweichungen

Welche Fehler zuverlässig nachgewiesen werden können, muss für die jeweilige Prüfaufgabe definiert und gegebenenfalls über Referenzkörper oder eine Verfahrensqualifikation nachgewiesen werden.

Welche Bauteile und Werkstoffe können geprüft werden?

Die Tauchtechnik eignet sich insbesondere für Bauteile, die automatisiert und mit einem definierten Scanraster untersucht werden sollen.

Typische Prüfobjekte sind:

  • Bleche und Platten
  • Stäbe
  • Rohre
  • Wellen und Achsen
  • Scheiben
  • Schmiedeteile
  • rotationssymmetrische Bauteile
  • Serienbauteile
  • Verbundwerkstoffe
  • Sandwichstrukturen
  • Klebeverbindungen

Anwendungen finden sich beispielsweise im Maschinen- und Anlagenbau, in der Energiebranche, im Transportwesen, in der Luftfahrtindustrie sowie bei Druckgeräten und anspruchsvollen Industriekomponenten.

Vorteile der Ultraschall-Tauchtechnik

Reproduzierbare Ankopplung
Das Wasser bildet ein kontrolliertes Koppelmedium zwischen Prüfkopf und Bauteil. Schwankungen, wie sie bei einer manuellen Kontaktprüfung durch Koppelmittelauftrag oder Anpressdruck entstehen können, werden reduziert.

Automatisierte Prüfung
Mehrachsige Manipulatoren ermöglichen definierte und wiederholbare Scanbewegungen. Dies ist insbesondere bei Serienprüfungen und grossen Prüfbereichen relevant.

Positionsgenaue Prüfdaten
Encoder verknüpfen Ultraschallsignale mit der jeweiligen Prüfkopfposition. Dadurch können Anzeigen räumlich zugeordnet und dokumentiert werden.

Flächenbezogene Darstellung
Mit C-Scans lassen sich Prüfergebnisse übersichtlich als Flächenkarten darstellen. Dies erleichtert die Analyse und Dokumentation komplexer Prüfbereiche.

Digitale Rückverfolgbarkeit
Prüfdaten können gespeichert und für Dokumentationen, Wiederholungsprüfungen oder weiterführende Analysen verwendet werden.

Wo liegen die Grenzen der Tauchtechnik?

Die Ultraschall-Tauchtechnik ist nicht für jede Prüfaufgabe die geeignete Lösung.
Zu berücksichtigen sind insbesondere:

  • Wasserverträglichkeit des Prüfobjekts
  • Bauteilgrösse und Anlagenabmessungen
  • Werkstoffgefüge und Schalldämpfung
  • Oberflächenbeschaffenheit
  • Bauteilgeometrie
  • Zugänglichkeit
  • Orientierung möglicher Fehler
  • erforderliche Auflösung und Eindringtiefe
  • Scanraster und Prüfgeschwindigkeit

Bei grobkörnigen oder stark schalldämpfenden Werkstoffen kann beispielsweise die Eindringtiefe begrenzt sein. Komplexe Geometrien können zusätzliche Einschallrichtungen oder alternative Ultraschallverfahren erforderlich machen.
Deshalb sollte die Prüftechnik immer anhand der konkreten Prüfaufgabe ausgewählt werden.

Tauchtechnik oder konventionelle Ultraschallprüfung?

Die Wahl hängt wesentlich von Bauteil, Prüfziel und Einsatzort ab.

Ultraschall-TauchtechnikManuelle Kontaktprüfung
Automatisierte ScanbewegungManuelle Prüfkopfbewegung
Kontrollierte WasserankopplungLokales Koppelmittel
Positionsbezogene DatenerfassungStark von Prüfaufgabe und Gerät abhängig
Geeignet für Serien und FlächenprüfungenFlexibel für Einzel- und Vor-Ort-Prüfungen
A-, B- und C-Scan möglichHäufig A-Scan
Anlage und Bauteilaufnahme erforderlichHohe Mobilität

Für mobile Prüfungen an Anlagen und Konstruktionen kann die konventionelle Ultraschallprüfung geeigneter sein. Bei wiederkehrenden Bauteilen, automatisierten Prüfabläufen und flächenbezogener Dokumentation bietet die Tauchtechnik dagegen spezifische Vorteile.

Normen für die Ultraschall-Tauchtechnik

Welche Norm anzuwenden ist, hängt von Prüfobjekt, Werkstoff, Branche und Prüfaufgabe ab.
Relevante Regelwerke können unter anderem sein:

  • SN EN ISO 16810 – allgemeine Grundsätze der Ultraschallprüfung
  • SN EN ISO 16823 – Durchschallungstechnik
  • SN EN ISO 16827 – Beschreibung und Grössenbestimmung von Inhomogenitäten
  • SN EN ISO 22232-2 – Charakterisierung von Ultraschallprüfköpfen
  • SN EN ISO 22232-3 – Verifizierung kompletter Ultraschallprüfsysteme
  • SN EN ISO 9712 – Qualifizierung und Zertifizierung von ZfP-Personal
  • produktspezifische Normen für beispielsweise Schmiedeteile, Rohre oder Gasflaschen

Wichtig: Eine allgemeine Ultraschallnorm definiert nicht automatisch Prüfplan und Zulässigkeitskriterien für jedes Bauteil. Massgebend sind die jeweils gültigen Produktnormen, Spezifikationen und Prüfanweisungen.

Wann eignet sich eine automatisierte Tauchtechnik-Prüfung?

  • grössere Flächen systematisch untersucht werden müssen,
  • wiederkehrende oder gleichartige Bauteile vorliegen,
  • eine reproduzierbare Prüfkopfbewegung erforderlich ist,
  • Prüfergebnisse positionsbezogen dokumentiert werden sollen,
  • C-Scan-Darstellungen benötigt werden,
  • komplexe Prüfabläufe automatisiert werden sollen oder
  • eine hohe Rückverfolgbarkeit der Prüfdaten gefordert ist.

Häufige Fragen zur Ultraschall-Tauchtechnik

Muss das Bauteil vollständig in Wasser eingetaucht werden?

Nicht zwingend. Neben klassischen Tauchanlagen existieren Verfahren mit lokaler Wasserankopplung, beispielsweise Squirter- oder Bubbler-Systeme. Welche Variante geeignet ist, hängt von Bauteil und Prüfaufgabe ab.

Ist die Tauchtechnik für Serienbauteile geeignet?

Ja. Automatisierte Scanbewegungen und definierte Prüfparameter machen die Tauchtechnik insbesondere für wiederkehrende Prüfaufgaben und Serienbauteile interessant.

Können Verbundwerkstoffe geprüft werden?

Ja. Ultraschall-Tauchtechnik wird unter anderem zur Untersuchung von Verbundwerkstoffen, Laminaten, Sandwichstrukturen und Klebeverbindungen eingesetzt. Mögliche Prüfziele sind beispielsweise Delaminationen, Porosität oder Disbonding.

Was zeigt ein C-Scan?

Ein C-Scan stellt Ultraschalldaten flächenbezogen dar. Abhängig von der Konfiguration können beispielsweise Echoamplituden oder Laufzeiten visualisiert werden.

Welche Norm gilt für meine Ultraschallprüfung?

Das hängt von Bauteil, Werkstoff, Branche und Prüfziel ab. Neben allgemeinen Ultraschallnormen können produktspezifische Normen, Kundenspezifikationen und Prüfanweisungen massgebend sein.

Welche Angaben werden für die Planung einer Prüfung benötigt?

Hilfreich sind insbesondere:

  • Werkstoff
  • Bauteilgeometrie
  • Abmessungen
  • Stückzahl
  • erwartete Fehlerarten
  • zu prüfender Bereich
  • anzuwendende Norm oder Spezifikation
  • Anforderungen an Dokumentation und Rückverfolgbarkeit

Ultraschall-Tauchtechnik für Ihre Prüfaufgabe

Ob Einzelbauteil, Serie oder anspruchsvolle Werkstoffprüfung: Entscheidend ist, dass Prüfverfahren, Prüfkopf, Scanstrategie und Auswertung auf die konkrete Prüfaufgabe abgestimmt werden.
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